Kategorie: Gedanken und Ideen

  • Mensch und Maschine

    „ChatGPT hat im zweiten Anlauf das bayerische Abitur bestanden.“ So ähnlich lautete die Schlagzeile. Auch wenn das streng genommen unsinnig ist – eine KI kann nicht wie ein Mensch das Abitur erlangen – bedeutet es, dass die KI Aufgaben lösen kann, wofür ein Mensch viel lernen und Jahre zur Schule gehen muss.

    Das war im Mai 2023. Der technische Fortschritt im Bereich KI ist extrem schnell. Man spricht von (teilweise) exponentiellem Fortschritt in manchen Bereichen. Was sonst fünf oder zehn Jahre dauert, passiert im Bereich KI in deutlich kürzeren Zeiträumen.

    Es gibt verschiedene Prognosen. In einem Interview sagte der amerikanische KI-Experte Dr. Roman Yampolskiy, dass es schon in wenigen Jahren keinen Job mehr geben werde, der nicht von einer KI übernommen werden könne. Zunächst würde die KI in der Lage sein, sämtliche Bürojobs zu beherrschen, dann ab 2030 sogar Berufe wie den des Klempners — ich halte das für stark übertrieben.

    Andere Stimmen sagen, die Arbeitswelt werde sich durch die Technologie lediglich verändern — das klingt zunächst beruhigend, bedeutet aber, dass es Gewinner und Verlierer geben wird.

    Auch wenn die KI immer schlauer wird, ist eine gute Ausbildung auch in der Zukunft noch von Vorteil. Bei der Arbeit mit KI‑Unterstützung muss der Mensch zumindest ein zu lösendes Problem erkennen und präzise beschreiben können. Die Antwort bzw. die Lösung der KI muss der Mensch verstehen und umsetzen können. Die Ergebnisse muss er kritisch hinterfragen und gegebenenfalls überprüfen können. Zudem braucht es etwas Erfahrung, um die Stärken und Schwächen der Technologie einschätzen zu können.

  • Ein europäischer Standard für sichere E-Mail

    Die Kommunikation über gewöhnliche E-Mails ist nicht sicher. Es wird keine Verschlüsselung verwendet und E-Mails können von Hackern einfach gefälscht werden. E-Mails können abgefangen und verändert werden, ohne dass dies erkannt wird. Zudem lässt sich die Identität des Absenders nicht verifizieren. Aus diesen Gründen sind gewöhnliche E-Mails nicht für Inhalte geeignet, die vertrauliche Daten enthalten wie medizinische Daten, Finanzdaten, Geschäftsgeheimnisse und behördliche Dinge.

    In Deutschland gab es bereits Versuche, sichere E-Mail-Systeme zu etablieren. De-Mail und ePost sind und waren Projekte, die das Ziel verfolgten, elektronische Kommunikation sicher und rechtssicher zu gestalten.

    Diese Systeme haben sich aus verschiedenen Gründen nicht durchsetzen können. DE-Mail gilt aufgrund geringer Nutzerzahlen als gescheitert und ePost (E-Mail-System) wurde offiziell eingestellt.

    Die derzeitige Situation ist alles andere als ideal. Verschiedene staatliche Portale mit unterschiedlichen Sicherheitsstandards, private E-Mail-Provider mit unterschiedlichen Verschlüsselungsverfahren, Open-Source-Systeme mit Sicherheitslücken, behördenspezifische Systeme, die nicht miteinander kompatibel sind. Hier wurden zahlreiche technische Lösungen geschaffen, um Nachrichten sicher über das Internet austauschen zu können.

    Es muss ein europaweiter Standard für sichere E-Mails geschaffen werden. Dieser Standard muss funktionieren und rechtlich bindend sein.

    Ein einheitliches, sicheres E-Mail-System hätte enorme Vorteile für die europäische Wirtschaft. Die Bürokratie für Unternehmen und für Bürger würde dadurch stark vereinfacht werden. Anstatt sich in verschiedenen Systemen registrieren und ständig anmelden zu müssen, würde die Kommunikation einheitlich über das E-Mail-System ablaufen.

    Damit das System erfolgreich sein kann, muss der Datenschutz absolut ernst genommen werden.

    Es geht hauptsächlich darum, vorhandene Technologien und Standards sinnvoll zu kombinieren. In diesem Zusammenhang sind die Begriffe X.509, TLS/SSL, eIDAS und ETSI zu nennen.

    Die Technologie umzusetzen, sollte für die EU kein großes Problem sein. Ein solches Projekt wäre organisatorisch allerdings ein großer Kraftakt, eine Meisterleistung der Europäischen Kooperation.

  • Digitale Formulare

    In diesem Beitrag möchte ich meine Idee für digitale Formulare vorstellen.

    Es ist bekannt, dass jedes Unternehmen in Deutschland verpflichtet ist, diverse Meldungen bei den Behörden einzureichen. Dazu zählen beispielsweise Steueranmeldungen, Steuererklärungen, Meldungen für die Berufsgenossenschaft, Meldungen zur Sozialversicherung und viele weitere.

    Früher wurde das über einfache Papierformulare und die Post abgewickelt. Jeder Bürger hat dieses System verstehen können. Seit der Einführung der IT gibt es zahlreiche Verfahren, um die notwendigen Daten digital bei den Behörden einzureichen. Diese Verfahren sind teilweise sehr kompliziert und verursachen unnötige Probleme, welche dann von Software-Beratern und IT-Technikern behoben werden müssen.

    Als Voraussetzung für diese Lösung wäre ein sicheres E-Mail-System erforderlich. Dies ist ohnehin notwendig. Dazu wird es einen weiteren Beitrag geben.

    Als nächstes müsste ein einheitliches, einfaches Dateiformat definiert werden. Eine einfache Tabelle, mehr braucht es nicht.

    In der ersten Zeile der Tabelle würde eine Formularnummer hinterlegt sein, um zu definieren, um welchen Antrag/ um welche Meldung es sich handelt. In den weiteren Zeilen sind dann die Werte des Formulars gespeichert.

    Das Anzeigeprogramm für die digitalen Formulare ist eine kleine Software ähnlich einem PDF-Reader, welche sämtliche Formularansichten in einer Datenbank hinterlegt hat. In der analogen Denkweise ist diese Datenbank eine Sammlung von leeren Formularen, welche hin und wieder aktualisiert wird. Es spielt keine Rolle, ob diese Datenbank lokal beim Anwender oder auf einem Server gespeichert ist.

    Das jeweilige Formular wird mithilfe des Readers optisch angezeigt und die enthaltenen Werte, welche in der Tabelle gespeichert sind, werden automatisch eingefügt. Die Werte in der Tabelle stimmen stets mit den Werten im Formular überein.

    Der Nutzer könnte die Tabelle entweder von einer Software erstellen lassen (z.B. von einer Buchhaltungssoftware) oder er könnte das digitale Formular manuell ausfüllen. Auch wäre es möglich, die Tabelle zunächst automatisch erstellen zu lassen um sie dann mithilfe des Readers manuell anzupassen.

    Es ist nicht erforderlich, Signaturen oder zusätzliche Sicherungsmechanismen einzubauen, weil diese Funktionen bereits das sichere E-Mail-System erfüllt. Der Mensch ist verantwortlich für das Formular, welches er einreicht.

    Als Ergebnis dieses Verfahrens hat der Anwender etwas Ähnliches wie eine ausfüllbare PDF-Datei. Die Inhalte des Formulars sind in der kleinen Datei gespeichert, die dann per E-Mail übermittelt wird, automatisch oder manuell. Da jeweils nur eine sehr kleine Datei gesendet wird, ist es auch dann für Server und sonstige Technik kein Problem, wenn alle Unternehmen am selben Tag ihre Formulare einreichen.

    Zusammenfassung:

    Notwendige Komponenten:

    • Einheitliches E-Mail-System für die sichere Kommunikation zwischen Behörden und Unternehmen
    • Formular-Reader
    • Datenbank mit Vorlagen für alle Formulare des Landes
    • geeignetes Dateiformat für die Tabelle

    Die Vorteile dieses Systems sind:

    • einheitliches System für alle Anträge und Meldungen/ für jede Behörde
    • universelles System auf allen Ebenen der Verarbeitung
    • manuell oder automatisch bedienbar
    • einheitliche Schnittstelle für Softwareanbieter
    • es müssen nur sehr kleine Dateien übermittelt werden
    • keine zusätzlichen Sicherheitsfunktionen oder Zertifikate notwendig (diese Aufgabe erfüllt das sichere E-Mail-System)
    • Nutzer hat im E-Mail-System den Nachweis, welche Meldungen er wann geschickt hat
    • die Verfahrensweisen sind für jeden Computernutzer nachvollziehbar und vertraut